Fallbericht: Erfolg mit Impella® Herzpumpen

Das perkutane Kreislaufunterstützungssystem Impella kann bei Koronarinterventionen Sicherheit geben, indem es eine stabile Hämodynamik ermöglicht. Lesen Sie hier, wie die Impella 2.5 Herzpumpe bei einer PCI in den Segeberger Kliniken von Prof. Dr. G. Richardt und seinem Team erfolgreich angewandt wurde.

Fallbericht: Erfolg mit Impella® Herzpumpen

Der Fall

Der 76-jährige Patient litt an Dyspnoe (NYHA III), Angina pectoris (Class III) und Schwindel bei Belastung. Nach einer komplexen Rekanalisation der proximalen, rechten Koronararterie (RCA) nach einem Myokardinfarkt zwei Wochen zuvor, trat nun eine Stentthrombose auf. Der Patient musste reanimiert werden und erhielt eine erneute, langstreckige Intervention der RCA.

Auch nach diesem Eingriff war der Patient noch nicht ausreichend belastbar und es zeigte sich ein erneuter Verschluss des Stents. Die LV-Angiographie zeigte:

  • Verschluss der gestenteten rechten Herzkranzarterie
  • Hochgradige M1-Stenose und komplexe Bifurkation der linken Herzkranzarterie
  • Der linke Hauptstamm war das letztverbliebene durchgängige Gefäß.

Risikofaktoren

  • Eingeschränkte Ejektionsfraktion (40 %)
  • Zustand nach Lungenteilresektion bei nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom
  • Verdacht auf beidseitige Pleurakarzinose
  • Seit zwei Monaten liegende Thoraxdrainage
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Zustand nach Schlaganfall
  • Heparininduzierte Thrombozytopenie (HIT) II

„Der Fall wurde im Herzteam diskutiert und aufgrund der Risikofaktoren fiel die Entscheidung für eine PCI und gegen CABG.“

Behandlungsteam

  • Prof. Dr. Gert Richardt 
    Chefarzt Kardio- und Angiologie, Segeberger Kliniken, Bad Segeberg
  • Dr. Mohammed El Mawardy 
    Oberarzt
  • Dmitry Sulimov 
    Assistenzarzt

Behandlungsplan

Für die Intervention arbeitete das Team den folgenden Plan aus:

  • „Worst first“: Bifurkationsstenting der LAD/D1-Bifurkation (Culotte-Stenting)
  • PCI des Marginalast (M1)
  • Ggf. PCI des Hauptstamms (LMT)

Begleitend:

  • Antikoagulation mit Bivalirudin
  • Hämodynamische Unterstützung mit der Impella Herzpumpe
Grafik Platzeriung der Impella Herzpumpe im Herzen
Impella 2.5® Herzpumpe

Warum Protected PCI mit Impella Herzpumpe?

Der Patient hatte eine eingeschränkte Herzfunktion mit einer Ejektionsfraktion von 40 %. Darüber hinaus waren mehrere Gefäße verschlossen (3-Gefäßerkrankung mit RCA-Verschluss), sodass die Reserven fehlten, um einen kurzzeitigen Verschluss weiterer Gefäße während einer konventionellen PCI zu kompensieren. Da eine Bifurkation behandelt werden musste, konnte außerdem vorhergesehen werden, dass die Prozedur potentiell länger dauern würde. 

In solch einer Situation kann die Impella Herzpumpe nicht nur bei möglichen Komplikationen unterstützen, sondern gewährleistet während der gesamten Intervention die Stabilität der Hämodynamik. Außerdem wurde dem Herzen des Patienten die Möglichkeit zur Erholung gegeben, da die Impella Herzpumpe den Sauerstoffbedarf des Herzens senkt und gleichzeitig Wanddruck und Wandspannung vermindert und dadurch die Sauerstoffversorgung verbessert. Hier finden Sie weitere Informationen zur Protected PCI mit Impella Herzpumpe.

„Die Impella 2.5 Herzpumpe wurde eingesetzt, um das geschwächte Herz des Patienten zu unterstützen und den Behandlern mehr Zeit für die komplexe PCI zu geben.“

Platzierung der Impella Herzpumpe während der Protected PCI
Platzierung der Impella Herzpumpe während der Protected PCI

Ergebnis

  • Trotz der komplexen Intervention mit der Arbeit an einem vitalen Gefäß war die Hämodynamik über den gesamten Eingriff hinweg einwandfrei.
  • Der Impella 2.5 Katheter pumpte kontinuierlich ca. 2,4 Liter Blut pro Minute vom Herzen in die Aorta.
  • Der mittlere arterielle Blutdruck blieb im Normbereich bei 80 mmHg.
  • Die stenosierten Gefäße konnten geöffnet werden.

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