Kardiogener Schock

Beim kardiogenen Schock ist das Herz nicht mehr in der Lage, das benötigte Herzzeitvolumen zur Versorgung der Organe zur Verfügung zu stellen. Das kann zu Multiorganversagen und zum Tod des Patienten führen. Eine Impella® Herzpumpe kann diese Versorgung wieder sichern und liefert so einen Ausweg aus der lebensbedrohlichen Situation.

Kardiogener Schock
Die Grafik zeigt die Position von Impella Herzpumpen im Herzen

Der kardiogene Schock

Der kardiogene Schock ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der durch die massive Reduktion der Pumpleistung des Herzens ausgelöst wird.

Dies führt zu:

  • einer geringeren Auswurfleistung
  • verringerter Kontraktilität
  • niedrigem Blutdruck
  • Koronarinsuffizienz

Das Herz ist nicht mehr in der Lage, das benötigte Herzzeitvolumen zur Versorgung lebenswichtiger Organe zur Verfügung zu stellen.

Unbehandelt kann der kardiogene Schock zu Multiorganversagen und letztlich zum Tod des Patienten führen.

Ursache eines kardiogenen Schocks ist meist eine Vorerkrankung des Herzens. In rund 80 % der Fälle ist ein Versagen der linken Herzkammer nach einem Herzinfarkt die Ursache, seltener sind Herzklappenschäden oder Herzmuskelentzündungen Auslöser.

Schockspirale

Während des kardiogenen Schocks verringert sich plötzlich das durch den Körper fließende Blutvolumen. In der Folge kommt es zu einer Sauerstoffunterversorgung der Organe, wodurch in verstärktem Maße anaerobe Abbauprozesse im Körper ablaufen.

Da dieser Stoffwechselweg keinen Sauerstoff benötigt, wird der Prozess nicht vollständig abgeschlossen. Dies führt zu einer Azidose (Übersäuerung des Blutes), wodurch die Arteriolen erschlaffen und die Blutkapillaren geschädigt werden.

Dabei setzt ein Flüssigkeitsverlust ein, der wiederum die Hypovolämie (Volumenmangel) steigert. Außerdem kommt es in den Haargefäßen zu einem Blutstau, der zu Mikrothromben führen kann. Der gesamte Prozess verstärkt sich unabhängig von seiner Ursache immer weiter und wird daher auch als sogenannte Schockspirale bezeichnet.

Von den Patienten, die einen kardiogenen Schock erleiden, versterben 50 bis 80 % an Kreislauf- oder Endorganversagen. Systeme zur mechanischen Kreislaufunterstützung, wie die Impella Herzpumpen, können die Hämodynamik verbessern und die Erholung des Herzmuskels begünstigen.¹

Abwärtsspirale beim kardiogenen Schock

Impella Herzpumpe kann beim kardiogenen Schock Leben retten

Therapiestandard ist eine frühe Revaskularisierung sowie die Behandlung mit Inotropika und Katecholaminen. Die Medikamente sind jedoch nur dann wirksam, wenn noch ausreichend gesundes Myokard verblieben ist.

Alternativ kann daher die perkutane mechanische Unterstützung einen Ausweg aus der lebensbedrohlichen Situation bieten. Hierfür können die Impella Herzpumpen eingesetzt werden. Sie können die Hämodynamik des Herzens verbessern und eine Erholung des Herzmuskels begünstigen.

Positive Wirkung

Impella ist ein linksventrikuläres Herzunterstützungssystem für den intrakorporalen Einsatz. Bei Anwendung von Impella Kathetern steigt die Auswurfleistung bei gleichzeitiger Reduktion der Herzarbeit. So wird der Ventrikel entlastet. Die Koronardurchblutung verbessert sich. Damit werden myokardialer Sauerstoffverbrauch und -bedarf besser ausbalanciert.

Die Impella Herzpumpe steigert außerdem den systemischen Aortendruck und den mittleren arteriellen Druck. Insgesamt optimieren die durch die Impella Herzpumpe induzierten Veränderungen die Voraussetzungen für die natürliche Erholung des Herzens.²,³

Hämodynamische Effekte der Impella Herzunterstützungssysteme

Klinische Studien

Die Evidenz für Kreislauf- und Überlebensvorteile durch den Einsatz von Impella-Herzpumpen bei einem kardiogenen Schock stammt aus verschiedenen Studien und Publikationen:

Prospektive Studie ISAR-SHOCK 4

  • In der prospektiven ISAR-SHOCK-Studie konnte erstmals bei insgesamt 25 Patienten mit kardiogenem Schock gezeigt werden, dass die Impella 2.5® Herzpumpe eine bessere hämodynamische Unterstützung ermöglicht als eine Standardtherapie mit einer intraaortalen Ballonpumpe (IABP).

Retrospektive Untersuchung von 47 Patienten 5

  • Retrospektiv wurden die Daten von 47 Patienten im Durchschnittsalter von 60 Jahren nach Anwendung einer Impella-Herzpumpe analysiert. 32 Patienten hatten einen kardiogenen Schock nach einer Kardiotomie, 15 Patienten einen kardiogenen Schock anderer Ursache.
  • Bei 72 % der Patienten (34/47) erholte sich die ventrikuläre Funktion.
  • Die 30-Tage-Sterblichkeit bei dieser Hochrisiko-Gruppe lag mit 25 % signifikant niedriger als die üblicherweise beobachtete Mortalitätsrate von 50 %.

Dresdner Impella-Register 6

  • Von 43 Patienten, die im Dresdner Impella-Register erfasst wurden, hatten 14 Patienten aufgrund eines infarktbedingten kardiogenen Schocks eine linksventrikuläre Impella-Pumpe erhalten.
  • Bei allen Patienten wurde das infarzierte Gefäß revaskularisiert.
  • Die Impella-Pumpe führte im Vergleich zur IABP-Unterstützung zu einer rascheren hämodynamischen Stabilisierung bei niedrigerem Verbrauch an Vasopressoren.
  • Außerdem steigerte die Impella Herzpumpe die Lactat-Clearance als Ausdruck einer verbesserten Mikrozirkulation.

Quellen

  1. Gilani FS, et al. Percutaneous Mechanical Support in Cardiogenic Shock: A Review. Clin Med Insights Cardiol. 2015; 9: 23–28.
  2. Lam K, et al. Improved microcirculation in patients with an acute ST-elevation myocardial infarction treated with the Impella LP2.5 percutaneous left ventricular assist device. Clin Res Cardiol. 2009; 98: 311–18.
  3. Anderson MB et al. Benefits of a novel percutaneous ventricular assist device for right heart failure. The prospective RECOVER RIGHT study of the Impella RP device. J Heart Lung Transplant. 2015, 34: 1549-60.
  4. Seyfarth M, et al. A randomized clinical trial to evaluate the safety and efficacy of a percutaneous left ventricular assist device versus intra-aortic balloon pumping for treatment of cardiogenic shock caused by myocardial infarction. J Am Coll Cardiol. 2008;52: 1584–88.
  5. Lemaire A, et al. The Impella device for acute mechanical circulatory support in patients in cardiogenic shock. Ann Thorac Surg. 2014;97: 133–38.
  6. Schweigler T, et al. Perkutane linksventrikuläre Unterstützung mittels Axialpumpe vs. intraaortaler Gegenpulsation im infarktbedingten kardiogenen Schock: Daten aus dem Dresdner Impeller-Register (DIR). Clin Res Cardiol. 2015;104 Suppl 1: V1154.

Weiterführende Literatur:

  • O'Neill WW, et al. The current use of Impella 2.5 in acute myocardial infarction complicated by cardiogenic shock: results from the USpella Registry. J Interv Cardiol. 2014;27: 1–11.
  • Werdan K, et al. Deutsch-österreichische S3-Leitlinie Infarktbedingter kardiogener Schock. Diagnose, Monitoring und Therapie. Kardiologe. 2011; 5: 166–224.
  • Anderson MB et al. Benefits of a novel percutaneous ventricular assist device for right heart failure. The prospective RECOVER RIGHT study of the Impella RP device. J Heart Lung Transplant. 2015, 34: 1549-60.

 

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